Am Dienstag, den 12. Mai 2026, führten die eA-Geschichtskurse von Frau Bury und Herrn Liebig gemeinsam mit dem eA-Deutschkurs von Frau Lüers eine Stolperstein-Aktion in der Göttinger Innenstadt durch.
Unter dem Motto „Wir bringen Erinnerung zum Leuchten“ reinigten die Schülerinnen und Schüler die Stolpersteine, für die das Max-Planck-Gymnasium Patenschaften übernommen hat. Mit Messingpolitur und Putzlappen wurden die Gedenksteine am Papendiek und in der Düsteren Straße wieder sichtbar gemacht.
Um 9:40 Uhr starteten die Kurse am MPG und zogen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Nie wieder Antisemitismus“ durch die Innenstadt. Der Weg führte über den „Nabel“ und den Marktplatz zu den Stolpersteinen.
Vor Ort wurden nicht nur die Steine gereinigt: Schülerinnen und Schüler trugen auch biografische Informationen zu den Familien Silbergleit und Meininger vor, erinnerten an deren Verfolgung und Ermordung während der Zeit des Nationalsozialismus und legten Rosen nieder.
Parallel dazu gestalteten die Kurse Biografie-Plakate, die nun im Flur des MPG ausgestellt sind. Die Ausstellung soll die Patenschaften auch im Schulgebäude sichtbar machen und die Erinnerung dauerhaft im Schulalltag verankern.
Die Aktion erhielt zusätzliche Aktualität durch die Beschädigung mehrerer Stolpersteine in Göttingen in der Woche zuvor. Viele Schülerinnen und Schüler empfanden die Aktion daher bewusst als öffentliches Zeichen gegen Antisemitismus und gegen das Vergessen.
Besonders positiv wurde die Resonanz aus der Öffentlichkeit wahrgenommen:
„Das Transparent hat Aufmerksamkeit erregt – wir haben positive Rückmeldungen von Passanten bekommen.“
Im Anschluss reflektierten die Kurse die Aktion gemeinsam und sammelten Ideen für weitere Erinnerungsprojekte – darunter Lesungen, musikalische Beiträge oder ein schulweites Gedenkevent.
Die Aktion stellte zudem einen bewussten Bezug zum 10. Mai 1933 her: Nur wenige Schritte vom MPG entfernt wurden am Albaniplatz während der NS-Zeit Bücher verbrannt. Die Schülerinnen und Schüler machten deutlich, dass Erinnerungskultur nicht nur Vergangenheit betrachtet, sondern Verantwortung für die Gegenwart bedeutet.
(Alexander Liebig)









