Die Entgegnungen stammen vollständig aus der Arbeit der beteiligten Kurse und sind Ergebnis intensiver historischer Auseinandersetzung. Ergänzt werden die Texte durch QR-Codes, die zu erklärenden Webseiten führen. Dort werden sowohl die ursprünglichen Sinnsprüche als auch die Entgegnungen eingeordnet: historisch, sprachlich und in Bezug auf den Holocaust-Gedenktag. Die knappe Aussage im Raum wird so durch vertiefende Informationen ergänzt – freiwillig, niedrigschwellig und jederzeit abrufbar. Entstanden ist das Projekt im Vorgriff auf das neue Semesterthema „Jüdisches Leben im 19. Jahrhundert“.Ziel war es, Erinnerung nicht als abgeschlossene Vergangenheit zu behandeln, sondern als Aufgabe für die Gegenwart – auch und gerade im schulischen Kontext.
„Der 27. Januar darf kein reines Ritual sein“, betonten die beteiligten Lehrkräfte. Erinnerung müsse irritieren und zum (Nach-)Denken zwingen. Die Entscheidung, die Texte auf dem Boden anzubringen, sei bewusst gefallen: Wer darüber hinweggeht, kann ihnen kaum ausweichen. Die Installation wird noch über den Gedenktag hinaus im Schulgebäude sichtbar bleiben, bis sich die Aufkleber ablaufen oder ablösen. Damit wird der Holocaust-Gedenktag am Max-Planck-Gymnasium nicht nur erinnert, sondern zumindest temporär in den Alltag eingeschrieben – als stiller, aber unübersehbarer Kommentar zur eigenen Bildungstradition.