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“The memory never goes away.” Skhumbuzo Dlamini erzählt von seiner Kindheit und Jugend in Südafrika zur Zeit der Apartheid

Der Schauspieler Skhumbuzo Dlamini ist in den Townships in Pietermaritzburg aufgewachsen und hat die Kämpfe gegen das Apartheid-Regime miterlebt. Zurzeit arbeitet er mit der Göttinger Schauspielgruppe Boat People Projekt zusammen in der aktuellen Produktion SCHATTENBOXER.

Am Montag, dem 12.1.15, brachte Skhumbuzo den Schüler/innen der 10l seine Erfahrungen als Kind und Jugendlicher in Südafrika durch Erzählungen und schauspielerische Darbietungen auf eindrucksvolle und berührende Art nahe. Mit roten Boxhandschuhen stand er vor der Tafel, einen imaginären Gegner im Visier, fest entschlossen, gegen diesen zu kämpfen, sich zu wehren, oder sogar ein Buch zu schreiben und zu erzählen, welches Unrecht ihm in seinem eigenen Land widerfährt. „Du bist doch nichts! Wie willst du ein Buch schreiben? Kannst du überhaupt schreiben? Niemand will dich hören!“ Mit diesen verachtenden Antworten werden seine Hoffnungen zerschmettert.

Skhumbuzo hatte die ganze Aufmerksamkeit seines Publikums, als er berichtete, wie er mit zwölf Jahren endlich die Schule besuchen konnte, die er bald hasste, weil der Schulbesuch einen zweistündigen Fußmarsch ab 5.30 ohne Schuhe und mit leerem Magen bedeutete; weil es hieß, von den Mitschülern gequält und von den Lehrern geschlagen zu werden.

Das Leben in den Townships war an Elend und Gewalt kaum zu übertreffen: Die Schwarzen wurden zusammengepfercht und die Politik der weißen Machthaber sorgte in den bitter armen Siedlungen gezielt für Konflikte. Die nötigen Waffen, damit sich Schwarze gegenseitig umbringen konnten, wurden bereitwillig dazu geliefert. Ein Zeugnis dieses perfiden Zynismus ist die Rede P. W. Bothas von 1985.

Skhumbuzo erzählt weiterhin von den zahlreichen Repressalien, denen man als Township-Bewohner ausgesetzt war. So musste man, um in eine größere Stadt einreisen zu können, eine kostenpflichtige Erlaubnis erwerben, die mit demütigenden Gesundheitschecks verbunden war. Alle „Einreise-Erlaubnisse“ hatte man in einem Pass zu sammeln.

Als Folge der Revolution, die von den Weißen grausam bekämpft wurde, kam es 1994 mit Mandelas Präsidentschaft schließlich zum Ende des Apartheid-Regimes.

Skhumbuzo betonte immer wieder, dass er dankbar und glücklich sei, nach seinem entbehrungsreichen Leben nun als Schauspieler tatsächlich Geld für seine Familie zu verdienen und das Gefühl zu entwickeln, etwas wert zu sein.

Wie bewegend und authentisch sein Besuch bzw. seine Darbietung waren, zeigte sich nicht zuletzt in den spontanen Umarmungen am Ende der Stunde und den guten Wünschen, die die Schüler/innen ihm mit auf den Weg gaben.

Aufführungen der Produktion SCHATTENBOXER:

16., 17., 18. Jan. 2015
20., 21., 22. Feb. 2015 im Cheltenham House; Friedrichstr. 1a

Weitere Informationen unter boatpeopleprojekt.de