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Schüler zurück aus England: Ein Erfahrungsbericht

Ende letzten Jahres wurden wir, die Schüler des Jahrgangs 9 des Max-Planck-Gymnasiums, auf das Comeniusprogramm, einem von der EU geförderten Projekt für Schüler/innen, aufmerksam gemacht. Man musste ein Motivationsschreiben einreichen, um sich für die Fahrt bewerben zu können und 8 Schülerinnen plus 1 Schüler wurden berücksichtigt. Was uns alle natürlich besonders daran reizte, gerne nach England fahren zu wollen, waren zum Einen, dass die gesamten Fahrt- und Verpflegungskosten übernommen wurden, und zum Anderen, dass die meisten von uns noch nie ohne unsere Eltern im Ausland waren, insbesondere in England. Nach ein paar Vorbereitungstreffen standen auch die Unterkunft (Novotel Wolverhampton) und die Reisedaten (17.3.14 – 22.3.14) fest. Wir fuhren also am 17.3. nach Wolverhampton in der Nähe von Birmingham in Begleitung von Fr. Adam und Fr. Scheuermann. Die Schule, mit der wir in England kooperierten, befindet sich in Shifnal/Shropshire. Obwohl dies vielleicht nicht unsere Wunschgegend gewesen wäre, waren wir uns doch einig, dass wir froh waren, die Chance bekommen und ergriffen zu haben, nach England zu fahren.

Montag 17.3.

Am Montag sind wir gegen 12 Uhr von Frankfurt nach Birmingham geflogen. Von dort aus haben wir einen Zug nach Wolverhampton (ca. 30 km westlich von Birmingham) genommen, wo wir für die Woche in einem Hotel wohnten. Nachmittags haben wir zusammen einen kleinen Abstecher in der Stadt gemacht und haben die restliche Zeit, bis zum Abendessen, in Gruppen verbracht. Unterwegs trafen wir viele junge Leute, etliche mit einem grünen Kleeblatt geschmückt, da der 17. März „St. Patrick's Day“ ist – der irische Nationalfeiertag.
Abends sind wir in einem indischen Restaurant „Johnny Spice“ Essen gegangen und haben somit den ersten Tag abgeschlossen.

Dienstag 18.3.

Dienstag war der erste Tag, an den wir nach Shifnal zur „Idsall School“ gefahren sind. Dort haben wir uns mit den Maltesern, Polen und Engländern zum ersten Mal getroffen. Zusammen haben wir in gemischten Gruppen Spiele und „Teambuilding“-Aufgaben erarbeitet und so die ersten Bekanntschaften gemacht – zum Teil draußen bei recht britischem Wetter. Mit einem anschließenden „Bauprojekt“,einer Rakete (s. unten rechts), haben wir den Nachmittag in der Schule beendet. Die restliche Zeit, die wir noch hatten, haben wir wieder in der Stadt verbracht. Abends sind wir, wie auch am ersten Tag, wieder Essen gegangen – dieses Mal bei „Nandos“.

Mittwoch 19.3.

Wir fuhren, wie am Dienstag auch schon, früh morgens mit dem Zug in Richtung Shifnal zu der Schule. Doch leider wurden wir nicht wie einen Tag vorher mit dem Bus abgeholt, sondern mussten zur Schule laufen. Dort erwarteten uns diesmal andere Schüler als am Vortag, aber das war für keinen von uns ein Problem. Wir sollten in Gruppen ein Lied komponieren und uns einen Text dazu ausdenken, der sich mit dem Thema „Olympic Spirits“ befassen sollte. Besonders der olympische Gedanke und die Emotionen bei den Olympischen Spielen sollten eine Rolle spielen. Am Ende des Tages sollte jede Gruppe ihr Lied aufführen. Als Einleitung und als Anregung zeigte uns der Musiklehrer noch ein kurzes Video mit den besten Momenten der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotchi. Danach wurden wir nach unseren „Fähigkeiten“ bzw. nach unseren Aufgaben bei der Teamarbeit aufgeteilt und sollten uns erst einmal zu der Gruppe „Piano“, zu den Sängern, zu der Gruppe „Gitarre“, zu der Gruppe „Schlagzeug“ oder zu den Textschreibern stellen. Selbstständig mussten wir dann verschiedene Gruppen bilden, in denen aus jeder „Talentgruppe“ mindestens eine Person vorhanden sein sollte. Am Ende trug jede Gruppe ihr Lied, manche mehr und manche weniger stolz, auf der Bühne in der Aula der Schule vor. Am Nachmittag mussten wir uns für eine von drei verschiedenen Sportarten entscheiden. Zur Auswahl standen Rugby, Badminton und Gym, wobei in diesem Fall weniger Gymnastics gemeint war, sondern das Trainieren im schuleigenen Fitnessstudio. Später am Abend hatten sich die Polen, die Malteser und wir Deutschen noch für ein gemeinsames Abendessen beim Inder verabredet, bei dem auch noch zwei englische Lehrer dabei waren. Schließlich sind wir alle dann doch relativ satt und glücklich in unsere Betten im Hotel gefallen und waren uns alle einig, dass dieser Tag wohl einer der Besten von den drei Comeniustagen war.

Donnerstag 20.3.

Am Donnerstag haben wir mit den Schülern der anderen Nationen einen Ganztagesausflug nach Shrewsbury gemacht. Die Engländer hatten extra einen Prospekt mit einigen Sehenswürdigkeiten vorbereitet, die wir uns dann nacheinander angesehen haben. Unter anderem ein Denkmal zu Ehren von Charles Darwin, der in dieser Stadt geboren ist und den River Severn, den zweitlängsten Fluss Englands.
Danach waren wir noch in einem Freilichtmuseum, das zu den zehn Ironbridge Gorge Museen Englands gehört und in dem ein ganzes Dorf zu Zeiten des Viktorianischen Zeitalters nachgestellt ist. Das Museumsgelände erstreckt sich insgesamt auf 1 Meile (1,61 km). Einige der Gebäude sind sogar Originale aus dieser Zeit, in vielen der Läden konnte man noch etwas kaufen und auf dem ganzen Gelände waren Menschen, die das Leben in einer solchen Stadt zu dieser Zeit nachgespielt haben. Das fanden wir alle sehr interessant.
Abends waren wir dann noch in einem Pub (The Moon under Water) in Wolverhampton essen und haben somit auch noch mal ein paar kulturelle Erfahrungen über das englische Alltagsleben gesammelt.

Freitag 21.3.

Heute waren wir in Birmingham shoppen. Wir sind mit dem Zug dorthin gefahren und haben sofort losgelegt. Wir haben viele Läden besichtigt und viel Spaß gehabt. Das Wetter hat sich sehr zum Shoppen angeboten, denn es hat nicht geregnet und die Sonne hat geschienen. Wir haben uns in 3-4 Gruppen aufgeteilt und zogen so mit unseren Gruppenmitgliedern unverzüglich los. Der Bull Ring Shopping Centre war riesig und alle anderen Läden waren rundherum zu finden. Eine kleine Kaffepause gab es natürlich auch – je nach Bedarf und Lust. Gegen 17 Uhr ging es auch wieder zurück nach Wolverhampton. Zum Ausklang des letzten Tages gingen wir wieder in den Pub wie einen Tag zuvor, da das Essen sehr lecker war. Nach dem Essen war noch Packen angesagt und dann ab ins Bett :-).

Samstag 22.3.

Heute war leider der Abreisetag. Wir genossen alle unser leckeres Frühstücksbuffet und sammelten viel Energie für den Tag. Der Zug war proppenvoll, natürlich weil es Samstag war. Am Flughafen hatten wir schnell eingecheckt und somit noch viel Zeit, die letzten Einkäufe zu tätigen.
Dann ging alles sehr schnell und schwuppdiwupp saßen wir alle auf unseren Plätzen im Flugzeug. Das Wetter war schön und alle waren zufrieden: sowohl damit, nach Hause zu fliegen, als auch mit dem Englandaufenthalt insgesamt. Nach 1 Stunde und 10 Minuten waren wir auf wieder zurück auf deutschem Boden und mussten dann nur noch 2 Stunden mit dem Zug nach Göttingen fahren. Alle freuten sich wieder auf ihre Familien und so löste sich unsere Gruppe relativ rasch auf.

Die Tage in England waren eine unvergessliche Erfahrung. Am Anfang gab es zwar gewisse Annäherungsschwierigkeiten von allen Seiten, aber an den zwei darauf folgenden Tagen verbesserte sich auch das und so kamen wir alle ausgiebig dazu, unsere theoretisch angelernten Sprachkenntnisse praktisch umzusetzen. Die Umstellung, Englisch zu sprechen, hat zwar Zeit und Energie beansprucht – aber das Resultat und die vielen schönen – nicht nur sprachlichen – Erlebnisse haben gezeigt, dass es dies wert war. Außerdem haben wir „ganz nebenbei“ auch eine Menge über das englische Alltagsleben und über landestypische Dinge erfahren – ohne Lehrbücher, aber mindestens genauso effektiv… Beim Rückflug waren wir uns jedenfalls alle einig, dass wir sofort wieder nach England fahren und an solch einem Projekt teilnehmen würden 🙂 .