Suche
Close this search box.

Edumaps      Moodle     WebUntis     IServ

Suche
Close this search box.

Schreibwettbewerb der 8. Klassen 2014

Preisverleihung und Vortrag im Literarischen Zentrum Göttingen am Montag, dem 16.6.14

Wenn vier achte Klassen zum Zuhören zusammenkommen, ist mit konzentrierter Stille nicht unbedingt zu rechnen. Sie verbreitete sich jedoch sehr rasch in den Räumen des Literarischen Zentrums in Göttingen, als die Geschichten, die in diesem Jahr beim Schreibwettbewerb der 8. Klassen eingereicht und ausgezeichnet wurden, zu hören waren.

„Nein, niemals, nicht mit mir, dachte er sich in diesem Moment, hätte er sagen müssen, damals oder spätestens vor einer Woche.“ Viktor Albrecht interpretiert den Anfangssatz, der eine der beiden wählbaren Vorgaben des Wettbewerbs war, als eine verpasste Möglichkeit: Denn nun sitzt „der Junge“ in der Falle, ob es einen Ausweg gibt, lässt die Erzählung offen.

Die Beiträge, die dieses Mal beim Schreibwettbewerb eingereicht wurden, stellen existentielle Erfahrungen in den Mittelpunkt. In zwei weiteren der ausgezeichneten Texte geht es um die Auswirkungen von Gewalt und Willkür und die Möglichkeit, seine Handlungsfähigkeit zu bewahren. So lenkt Vera Geranpayeh in ihrer Geschichte „Nein! Nicht mit mir!“ den Blick auf einen ukrainischen Freiheitskämpfer: Dieser muss sich nicht nur darüber klar werden, für wen oder was er eigentlich kämpft, sondern er gerät auch in einen Gewissenskonflikt, der sich als tragisches Dilemma erweist. Patricia Gerken setzt sich in ihrem langen Text mit den Mechanismen einer New Yorker Motorrad-Gang auseinander. Sie ergründet, wie Einzelne sich in einer Gruppe, in der unerbittliche Gesetze herrschen, behaupten können. Finia Bonder und Marie Semmelroth schließlich wählten das Thema „Ich und die anderen“. Malin, die junge Protagonistin ihrer Geschichte „Das Eisblau der Königin“, gerät, als sie in eine neue Schule kommt, in den Bann der alles beherrschenden Zoe Aalen. Mühsam findet Malin heraus, dass sie sich selbst in ihrem Streben nach Anerkennung aufgibt.

Die ausgewählten Texte zeichnen sich durch ihre sprachliche Qualität aus und beeindrucken durch die Ernsthaftigkeit, mit der die Verfasser/innen elementaren Fragen nachgehen. Diese Kennzeichen kamen durch den Vortrag in den Räumlichkeiten des Literarischen Zentrums besonders gut zur Geltung.

Eingeleitet wurde die Lesung mit einer herzlichen Begrüßung von Frau Husemann, die den Bereich „Literatur macht Schule“ im Literarischen Zentrum gestaltet, und mit einer Einführung von Herrn Dr. Schimpf, der seiner Wertschätzung für den Wettbewerb und die langjährige Zusammenarbeit mit dem Literarischen Zentrum Ausdruck verlieh.

An dieser Stelle sei nochmals unser Dank an Frau Husemann für ihr Engagement ausgesprochen. Herzlichen Dank auch an die Volontärinnen und die Kollegen und Kolleginnen, die den Wettbewerb unterstützt haben und nicht zuletzt an die (weiteren) Mitglieder der Jury, Frau Freund (Buchhandlung Calvör), Herrn Kaftan (Deutsches Theater), Moritz Bracher (Schüler des MPGs).