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Pfiffikus-Exkursion: „Die Kunst, in das Leben der alten Ägypter zu schlüpfen“

Besuch einer Totenbuchwerkstatt im Ägyptologischen Seminar der Uni Göttingen

Nicht nur die Menschen im Alten Ägypten konnten „auf Hieroglyphisch“ poetische Texte formulieren. Dies gelang auch den Schüler/innen aus dem 5., 6. und 8. Jahrgang, die am Donnerstagnachmittag ins Ägyptologische Seminar zogen, um zu lernen, wie man die Laute von a bis z in Wachtelküken-, Geier-, Löwen- oder Federbilder übersetzt.

Nach erstem Üben auf gewöhnlichem Papier entstanden Namenslisten, kurze Sätze und schließlich ganze Sprüche und Geschichten, die sorgfältig auf echten Papyrus 'gemalt' wurden. Dabei ist es ganz egal, ob man von oben nach unten, von rechts nach links oder umgekehrt schreibt.

„Namenslisten erfreuten sich auch im Alten Ägypten großer Beliebtheit“, erklärt Frau Dr. Barbara Magen vom Ägyptologischen Seminar. „Die Ägypter waren nämlich durch und durch Bürokraten und erstellten für nahezu alles Listen!“ – Aha, es gab also schon so etwas wie To-do-Listen und Einkaufszettel? „Durchaus, das ist nicht unbedingt eine Erfindung unserer Zeit“, wurden wir informiert. Allerdings konnten nur wenige Menschen schreiben und lesen, sodass der einfache Ägypter nicht mal schnell ein paar Notizen auf Papyrus kritzelte. Hinzu kommt, dass Papyrus ein wertvolles Material darstellte und für bedeutsamere Inhalte gedacht war – wie etwa für die Anweisungen in einem Totenbuch. Damit ein Verstorbener den richtigen Weg ins Jenseits finden und dort ein angenehmes Leben nach dem Tod führen konnte, bekam er genaue Hinweise mit auf den Weg: Welches Kennwort muss ich an welcher Stelle der Reise sagen, damit ich weiterkomme? Welcher Spruch hilft mir, um einen meiner Terrakotta-Uschebtis – Statuetten, die im Leben nach dem Tod unangenehme Arbeiten verrichten – zu aktivieren. Mit welchen Worten wehre ich Krokodile ab? All das wurde ganz genau auf einer Papyrusrolle notiert und dem Toten mit ins Grab gegeben.

Unsere Texte orientierten sich zwar eher am diesseitige Leben, richteten den Blick allerdings auch in die Vergangenheit: Mathilda aus der 6e1 brachte das Ziel unserer Exkursion mit ihrem Hieroglyphen-Satz auf den Punkt. Wir lernten ein wenig von der „Kunst, in das leben der alten Ägypter zu schlüpfen“.