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Pfiffikus auf Exkursion: Wie kommt der Raps in die Steckdose?

Besuch in Reiffenhausen auf dem Biogas-Hof der Familie Stieg am Samstag, dem 9. November 2013

Wie wir zwölf „Pfiffikusler“ nach unserer Exkursion zur Familie Stieg wissen, müsste es eigentlich heißen „Wie kommt der Mais in die Steckdose?“, oder „die Zuckerrübe“, „der Grünroggen“, „der Kuhfladen“ und der „Hähnchenmist“. Ja, auch letzterer bildet einen Bestandteil der sorgsam zusammengestellten Mischung, die Herr Stieg zweimal täglich in seinen Fermentier-Behälter füllt, wo sich Bakterien über diese 'Köstlichkeiten' – eine dunkle, zähflüssige Brühe –  hermachen. Dabei erzeugen sie eine ziemlich große Menge Methangas, das z. B. auch im Kuhmagen entsteht und zuweilen als Pups herauskommt. Das Bakterien-'Müffelgas' wird vom Fermenter ins Blockheizkraftwerk geleitet und dort in Strom umgewandelt, welcher wiederum in das allgemeine Netz fließt. Er stellt einen Teil des Naturstroms dar, den der Verbraucher natürlich nicht separat aus der Steckdose erhält. Allerdings fördert er durch die Wahl eines Naturstrom-Anbieters die alternative Energiegewinnung und trägt dazu bei, dass eine Stromerzeugung jenseits von Kernkraftwerken und Windrädern bezahlbar ist. – Das, was die Bakterien verschmähen, bringt Herr Stieg übrigens als hochwertiges Düngemittel auf die Felder, um dort wieder neues 'Bakterien-Futter' anzubauen. Man hat es also mit einem geschlossenen Kreislauf zu tun. Kritiker bemängeln den Anbau von Lebensmittelbestandteilen zur Stromgewinnung, doch wenn man bedenkt, dass die Hälfte unserer Lebensmittel als 'Müll' weggeworfen wird, erscheint diese Technik in einem anderen Licht.

Sehr beeindruckend fanden wir auch, wie allein durch die Wärme, die der riesige, rund um die Uhr arbeitende Motor des Blockheizraftwerks beim „Gas-zu-Strom-Machen“ abgibt, ein halbes Dorf samt Kirche, Dorfgemeinschaftshaus und Schwimmbad beheizt werden kann. Neben der Biogas-Anlage befindet sich nämlich noch eine Wärme-Anlage, die nur im Winter Unterstützung durch zusätzliches Verheizen von Holzhäckseln benötigt.

Nach der Besichtigung der Anlagen und der weiter entfernt gelagerten Silage gab es Lebkuchen und Tee im Partyraum der Familie Stieg, und wer wollte, konnte in der Sonne (!) noch Laternen aus Futterrüben schnitzen. Dass die Reste in der Biogas-Anlage landeten, versteht sich von selbst!

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