Edumaps    Padlet (endet 25.04.)   Moodle     WebUntis     IServ

„Literatur macht Schule“

Die britische Autorin Jenny Valentine stellte am 15.3.16 in der Minimax-Aula ihren Roman Fire Colour One vor

“Everything is more beautiful because we’re doomed.” Eine solche Wahrnehmung der Welt ergibt sich nicht einfach so, sie entsteht, wenn die eigene Existenz bedroht ist und sich alles im Licht eines baldigen Endes zeigt. Jenny Valentine stellt diese Situation in den Mittelpunkt ihres Buches. Ihr neuer Roman Fire Colour One dreht sich um die jugendliche Pyromanin Iris, die ihren Vater erst kennenlernt, als er nicht mehr lange zu leben hat. Die Begegnung wird von der geldgierigen Mutter arrangiert: Sie benutzt Iris, um die wertvolle Kunstsammlung ihres Ex-Mannes zu erpressen. Iris allerdings verabscheut schon lange das oberflächliche Leben und den Materialismus ihrer Mutter und sie fühlt sich deren Machenschaften ausgeliefert. Daher zieht jedes Streichholz sie magisch an und ihre fantasievoll inszenierten Feuer faszinieren den Leser mindestens so wie sie Iris erleichtern. In der kurzen Zeit, die ihnen bleibt, lernen sich Iris und ihr Vater Ernest kennen. Sie sprechen über den herannahenden Tod, aber auch über das Leben und die Kunst. Letztere ist ein weiteres Thema des Buches, verweist doch der Titel auf das berühmte Gemälde Fire Color 1 von Yves Klein.

Wer Jenny Valentine erlebt, weiß vom ersten Moment an, dass ihr Buch über das Sterben weder sentimental noch depressiv sein kann. Die Autorin nimmt sofort Kontakt zu ihrem jungen Publikum auf; sie erzählt witzig und unterhaltsam und vermittelt zugleich eindringlich, dass sie sehr wohl weiß, worüber sie schreibt. Die Schülerinnen und Schüler der 8e3 hören genau zu und trauen sich sogar, persönlichere Fragen zu stellen.

Valentines Intensität zeichnet auch ihre Bücher aus; bereits ihr erster Roman erhielt den Guardian Children's Fiction Prize. Fire Colour One findet ebenfalls große Beachtung, und auch die deutschsprachige Ausgabe Durchs Feuer wird ausführlich besprochen.

Danke an Jenny Valentine und Gesa Husemann vom Literarischen Zentrum für eine bereichernde Veranstaltung und persönliche Begegnung!