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Literatur macht Schule: Tom Leveen mit Random in der Aula am Theaterplatz

Not guilty doesn't mean you're innocent. Ins Deutsche übersetzt heißt der Untertitel zu Tom Leveens neuestem Roman Ich hätte es wissen müssen (Originaltitel Random) „Ein Freispruch bedeutet nicht, dass man unschuldig ist“.

Verantwortung, die Folgen unbedachten Tuns, die Möglichkeit, das Schicksal anderer zu beeinflussen, sind Themen, die der amerikanische Erfolgsautor in Random entfaltet. Seine Anti-Heldin, die 16-jährige Tori, muss sich genau diesen Fragen stellen. Die Geschichte beginnt am Abend vor ihrer Gerichtsverhandlung. Sie ist angeklagt, einen Freund durch gemeine Veröffentlichungen auf Facebook in den Selbstmord getrieben zu haben. Die Medien verbreiteten den Fall in ganz Amerika und Tori sieht sich von Reportern verfolgt, Freunden gemieden und vom Bruder im Stich gelassen. Ihre Zukunftspläne zerbrechen, sie wird als Unmensch betrachtet und hat doch nur das getan, was fast alle machen: einfach mal einen blöden Spruch im social network – na gut, nicht wirklich nur einen, aber was soll's? Während Tori sich eine schlaflose Nacht ausmalt, klingelt ihr Handy. Es meldet sich ein Junge, der behauptet, rein zufällig ihre Nummer gewählt zu haben. Er sei kurz davor, sich umzubringen, um dies zu verhindern, möge sie ihm einen Grund nennen, es nicht zu tun. Tori kann kaum glauben, dass es sich nicht um einen Racheplan oder Trick handelt, will andererseits aber nicht ein zweites Mal mit dem Tod eines Menschen zu tun haben. Ist dies eine Chance, etwas gutzumachen?

Tom Leveen las zwei Stellen aus seinem Roman vor sehr aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern aus dem 10. und 11. Jahrgang. Ging die Faszination eher von den authentischen Gedanken der Protagonistin und dem packendem Text aus oder von der sprühenden Persönlichkeit des Autors? Letztere war auf jeden Fall ein weiterer Faktor, der zwischenzeitlich vergessen ließ, dass man sich in der Schule befand. Tom Leveen hat in der Highschool begonnen, Theater zu spielen und fast sein ganzes Leben lang immer wieder als Regisseur und Schauspieler auf der Bühne gestanden. Entertainment ist offensichtlich ebenso sein Metier wie gehaltvolles, spannendes Erzählen, sei es schriftlich oder mündlich. Es war keine Floskel, als Leveen seine Zuhörer ermunterte, alles Mögliche zu fragen, er antworte gerne. Sehr offen sprach er über eigene Erlebnisse und stellte sein schriftstellerisches Tun in einen persönlichen Zusammenhang. Dass er dabei nicht etwa auf einem Stuhl hinter dem Mikro saß, sondern die ganze Aula in Besitz nahm, ließ seine Energie vollends überspringen.

Random und Tom Leveen haben großes Interesse erzeugt und bestimmt eine neue Leserschaft gewonnen. Wer sich für weitere goodreads des Autors interessiert, kann hier mehr erfahren: http://tomleveen.com

Herzlichen Dank an Gesa Husemann und das Literarische Zentrum; thank you, Tom Leveen!