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„Griechische Götter sind nie nett!“

Pfiffikus-Exkursion in die Gipsabguss-Sammlung der Georg-August-Universität.
Von der Archaik bis zum Hellenismus führte unser Weg durch das archäologische Institut der Göttinger Universität.  Es beherbergt mit fast 2000 originalgetreuen Abgüssen antiker Skulpturen eine der größten Sammlungen dieser Art. Was zunächst etwas verstaubt anmuten mag, entpuppt sich beim Rundgang rasch als lebendiges Zeugnis antiker Denkweisen und Gepflogenheiten. So bilden die Skulpturen der archaischen Kuroi das Ideal des jungen griechischen Mannes ab, vielleicht etwas starr, aber beeindruckend muskulös. Die Dame hüllte man – anders als den stets nackt gezeigten Mann – in üppiges Tuch und stattete sie mit Schmuck und Fruchtbarkeitssymbolen aus. Über die Jahrhunderte beleben sich die Figuren zusehends; Bewegung und Gegenbewegung kennzeichnen die Abbildungen und das sogenannte archaische Lächeln weicht ausdrucksstarker Mimik.
Neben menschlichen Darstellungen finden sich natürlich zahllose Skulpturen griechischer Gottheiten: Athena mit der Schlangenhaut, Artemis mit Köcher und Hirsch und der ewige Jüngling Apollon, der sich trotz seiner Vorliebe für die schönen Künste durch besondere Grausamkeit hervortut. „Schon als Teenager hat er einen Hang zum Quälen“, erläutert die begeisternde Archäologin Frau Rosenlehner und weist auf eine Skulptur des zart wirkenden jungen Gottes hin, der soeben eine Eidechse aufgespießt hat: „Griechische Götter sind nie nett“. Das bestätigen die antiken Mythen allerdings auf Schritt und Tritt, wie die Sechst- und Siebtklässler sehr genau wissen, und Frau Rosenlehner zeigt sich hocherfreut über die kenntnisreichen Beiträge ihrer Besucher. Im Römersaal gewinnen wir schließlich noch einen Eindruck von der lebensecht wirkenden Darbietung großer römischer Herrscher, deren Gesichter unattraktive Spuren fortgeschrittenen Alters aufweisen. Im Unterschied zu heute galt dies jedoch als Qualitätsmerkmal und Voraussetzung für eine politische Karriere. Fazit: Das war eine gleichermaßen lehrreiche wie unterhaltsame Exkursion! Herzlichen Dank Herrn Dr. Graepler und besonders Frau Rosenlehner!