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Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

Heute wurden im feierlichen Rahmen in der Göttinger Innenstadt 18 Stolpersteine verlegt. Mit diesen im Boden eingelassenen Metallsteinen soll an die in der Zeit des Nationalsozialismus‘ in Göttingen entrechteten, gedemütigten und aus ihren Wohnungen vertriebenen Mitbürger erinnert werden. Die meisten der in Göttingen ehemals lebenden Juden wurden deportiert und in den Konzentrationslagern ermordet. Einigen wenigen gelang es, vor Kriegsbeginn ins Ausland zu emigrieren.

Schülerinnen und Schüler aus dem 11. Jahrgang haben Mitte letzten Jahres die Aufgabe übernommen, den Schicksalen von Lea und Max Silbergleit nachzuspüren. Nach Besuchen im Stadtarchiv haben sie den Text für die Stolpersteine des Ehepaares entworfen und an den Künstler geschickt. Parallel liefen die Arbeiten an der Würdigung der beiden, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus Polen nach Göttingen zugezogen waren und 1942 nach Treblinka deportiert wurden. Beide sind in diesem Konzentrationslager umgebracht worden.

Heute fand nun die Verlegung der Stolpersteine im Beisein der Nachkommen der überlebenden Angehörigen der jüdischen Göttinger Bewohner statt. Neben den Verwandten der Familie Hahn war auch Thomas Bürgenthal, ein Neffe von Lea und Max Silbergleit, anwesend. Dieser ist 1934 in Göttingen geboren worden und überlebte als Elfjähriger die Deportation nach Auschwitz sowie einen der furchtbaren Todesmärsche am Ende des Krieges. Nach seinem Abitur 1951 am FKG emigrierte er in die USA, wo er sich zu einem der weltweit renommiertesten Professoren für Internationales Recht promovierte und habilitierte. In Göttingen ist die Stadtbibliothek nach ihm benannt.

Katharina Halverscheidt, Rudi Osmani, Jonah Rahnenführer, Sophia Riegel und Samuel Wolf haben vor dem Haus am Papendiek 3 eine bewegende Würdigung der Silbergleits vorgenommen.

Berührend war auch die Begegnung mit Menschen, die ihre Verwandten hier in Göttingen durch Ausgrenzung und Ermordung verloren haben und die dennoch mit großer Offenheit nun hier gemeinsam mit vielen Göttingerinnen und Göttingern ihre Angehörigen und Nachbarn wieder in die Mitte unserer Stadt gebracht haben.