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Abschlussveranstaltung des Schreibwettbewerbs der 8. Klassen im Literarischen Zentrum am 5. Juni

Schreibwettbewerb der 8. Klassen 2015: Abschlussveranstaltung im Literarischen Zentrum am Freitag, dem 5. Juni

Alles ist wie immer – oder etwa nicht? Eindeutig nicht, findet Tim, als er am Geburtstag  mit einem widerspenstigen Wecker kämpft, die Familie sich nicht blicken lässt und drei Roboter das Kommando übernommen haben. Muss er sich in einer anderen Zeitrechnung wähnen?

Damit, wie es sich anfühlt, wenn das Gewohnte aus den Fugen gerät, befassen sich alle vier Texte, die am Freitagvormittag in den Räumen des Literarischen Zentrums vorgetragen wurden. Löst sich das Roboter-Rätsel für den Helden in Clara Dornbuschs witziger Geschichte „Die Welt in 100 Jahren“ recht schnell auf, haben es die Protagonistinnen in den anderen Erzählungen schwerer.

Der Fall in die Tiefe“: Milas Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper steigert sich so weit, dass sie sich in den zwanghaften Mechanismen einer Magersucht verliert. Eindringlich beschreibt Helen Dumont die Macht der Krankheit, die Entfremdung Milas von sich selbst, von der Familie und den Freunden.

Eine existentielle Erschütterung erfährt auch die Ich-Erzählerin Lena in Melina Scherfs Text „Ein Weg aus dem Schweigen“. Lena war es, die als quengelndes Kind auf dem Autorücksitz ihren Vater ablenkte. Seither gibt sie sich die Schuld für den Unfall, bei dem ihre Eltern starben. Weil ihre Nörgelei Unheil anrichtete, verstummt sie, bis sie nach Jahren erfährt, dass Worte nicht nur verletzen können.

Als im Jahr 1961 die Fenster der Wohnhäuser in der Bernauer Straße zugemauert wurden, änderte sich schlagartig der Alltag vieler Berliner Bürger: BRD oder DDR? – Dieser Frage muss sich auch Katharina Halverscheids Protagonistin stellen, als sie begreift, dass ihre Zukunft nicht mehr durch eigene Entscheidungen bestimmt sein wird. Der Text „Sprung in die Freiheit“ beschreibt, wie eine junge Frau sich dazu entschließt, ihre Familie und Freunde zu verlassen.

Sehr ruhig war es, als die Autorinnen ihre Geschichten vor dem gesamten 8. Jahrgang vorlasen: Allen Vieren gelang es, das Publikum durch beeindruckende Vorträge und anschauliche, dichte Schilderungen an den Entwicklungen der Protagonisten teilhaben zu lassen. „Sind wir nicht oft durch Lieder gerührt, von Geschichten verzaubert worden oder haben uns nicht Worte zum Weiterkämpfen ermutigt?“ Die  „Macht des Wortes“ war am Freitagvormittag nicht nur Thema, sondern spürbar.

Herzlichen Dank an das Literarische Zentrum, insbesondere an Frau Husemann und die Voluntärinnen.