Stadt der Zukunft

Sonntag, 24. Juni 2018

Wie wollen wir leben? Beim Kunstvermittlungsprojekt „Stadt der Zukunft“ in Kooperation des MPGs mit dem Kunstverein Göttingen haben Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 bis 11 im Rahmen der Begabungsförderung Stadtutopien entwickelt.

Ausgerüstet mit Kameras und Fragebögen wurde dafür zunächst die Innenstadt erkundet, um Themen und Fragen des Städtebaus vor Ort zu untersuchen. Wie sind Verkehr, Stadtgrün, besondere Gebäude oder öffentliche Plätze verteilt? Wie wäre es gut? Um diese Fragen ging es gezielt ab dem zweiten Tag des viertägigen Workshops mit dem Münchener Architekten Hubert Schelle. Schnell wurde die Komplexität des Themas sichtbar. Wohnen und Arbeiten, Verkehr, Mikroklima, Freizeit, Infrastruktur und Einkaufen, Platznot, Überbevölkerung und schlechte Luft stellten für die Jugendlichen zentrale Themen  dar. Die Lösung sollte eine wachsende Stadt mit Entwicklungsmöglichkeiten bringen, ausgehend von einem Zentrum als Keimzelle mit verschiedenen Subzentren, in konzentrischen Kreisen angelegt und mit vielen grünen Luftschneisen versehen. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten die Idee einer „Green City“ und die einer „Floating City“. In beiden „Planungsbüros“ wurde zunächst heftig über das richtige Vorgehen, Flächennutzungspläne und Prioritäten diskutiert. Auf die Frage der Schülerinnen und Schüler, ob das in Wirklichkeit auch so wäre, antwortete Hubert Schelle: „Noch viel schlimmer.“ Die Gruppe „Schwimmende Stadt“ ging deutlich stadtplanerischer vor, für die Gruppe „Grüne Stadt“ war die Lust am Bauen einfach übermächtig. Da bremste auch das maßstabsgetreue Umrechnen nicht. Es sind zwei sehr unterschiedliche Modelle entstanden, beide auf ihre Art fantastisch: die grüne Stadt „VIRIDINA“ (abgeleitet vom lateinischen viridis=grün) und die schwimmende Stadt „ISOTOPIA“ (griechisch: isos=gleich, topos=Ort). Gemeinsam ist ihnen das Bedürfnis der Jugendlichen nach Aufenthaltsqualität im privaten wie im öffentlichen Raum, gesunder Luft sowie Teilhabe aller Bewohnerinnen und Bewohner an den städtischen Einrichtungen und am öffentlichen Leben. Nicht alle Gedanken, die sich die Schülerinnen und Schüler zum Verkehr, zur Energieversorgung oder Abfallentsorgung gemacht haben, sind in den Modellen sichtbar. Die Konzepte für die Stadt der Zukunft sehen Wind- und Solarenergie vor, viel mehr Fahrräder und sauberen ÖPNV, Abfallvermeidung und Recycling. Die Ergebnisse werden zum Schulfest am 25. Juni vorgestellt.

Fotos: Peter Heller, Anne Moldenhauer

Das Projekt wurde gefördert von der VGH-Stiftung und KUNST e.V.